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So treffen Sie bei der Einführung eines BDE-Systems die richtige Wahl

Jede Investition in ein neues IT-System innerhalb Ihres Unternehmens birgt Chancen und Risiken. Die Investition in ein Betriebsdatenerfassungssystem (BDE-System) für Ihr Unternehmen kann deshalb weitreichende Folgen haben, denen sie sich im Klaren sein müssen. Neben den direkten Investitionskosten für die Implementierung des Systems muss Ihnen auch bewusst sein, dass die notwendigen Ressourcen, die dafür nötig sind, verfügbar sind. Nur wenn Budget, Ressourcen und Verantwortlichkeiten klar sind, kann ein Projekterfolg zustande kommen.
Für die Einführung eines Betriebsdatenerfassungssystems (BDE) gilt selbiges. Viele der heute auf dem Markt befindlichen BDE-Systeme bergen hohe Risiken in Bezug auf Zukunftssicherheit und Flexibilität, da diese oft in einer Herstellerabhängigkeit enden und veraltete Technologie zum Einsatz kommt. Zwar werden einige dieser Systeme dem Status quo noch gerecht, in wenigen Jahren aber werden diese schon am Ende Ihres eigenen Produktlebenszyklus stehen, da Sie mit der rasanten technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten können. Ein weiteres Risiko ist die fehlende Interoperabilität in Bezug auf andere Systeme, was bei vielen Unternehmen dazu führt, dass diese zwar Anfangs schnell Erfolge verzeichnen können, nach einiger Weile aber merken, dass Sie mit Vollgas in eine Sackgasse fahren.

5 Merkmale, auf die Sie bei der Einführung eines BDE-Systems unbedingt achten sollten:

1. Usability

Jede Technologie und jede Software haben das Ziel, Ihrem Anwender die Arbeit zu vereinfachen und ihn bei seiner Tätigkeit bestmöglich zu unterstützen. Aus diesem Grund ist die Benutzerfreundlichkeit des BDE-Systems ein entscheidender Faktor dafür, wie und in welchem Umfang die Software vom Anwender akzeptiert und letztlich genutzt wird. Nur wenn die Oberfläche leicht verständlich und intuitiv bedienbar ist, kann diese den Anwender in seiner täglichen Arbeit bestmöglich unterstützen. Eine effiziente Benutzeroberfläche ist entscheidend, wenn Sie sicherstellen wollen, dass die Daten, die Sie aus der Fertigung erfassen, korrekt und hochgradig detailliert sind. Und eine valide Datenbasis ist nun mal die Grundlage für richtige Entscheidungen.

2. Technologie

Die Technologie ist die Basis und das Fundament einer jeden Software: ist diese veraltet, wird jeder Ausbau und jede Erweiterung zu einem Spiel mit dem Feuer, was bedeutet, dass Sie erhebliche Risiken eingehen. Die Technologie von heute kann morgen schon wieder veraltet sein. Jeder von uns kennt dies am Beispiel von Smartphones oder Computern. So sind BDE-Systeme, die auf der Fat Client-Architektur basieren und vor 10 Jahren noch aktuell waren, heute bereits stark veraltet. Durch den Einzug des industriellen Internets (IIoT) in die Fertigung müssen heutige und zukünftige Systeme webbasiert und von jedem beliebigen Endgerät aus nutzbar sein. Gleichzeitig müssen Sie durch eine schlanke Architektur hochperformant sein, um das steigende Datenaufkommen zu meistern.

3. Implementierung

Wenn das von Ihnen gekaufte BDE-System Schnittstellen zu Hunderten von Datendiensten benötigt, um in Betrieb genommen zu werden, entstehen Verzögerungen und erhebliche Mehrkosten, bevor Sie überhaupt über ein funktionsfähiges Shop Floor Management-System verfügen. Viele Anbieter bieten zwar ein funktionsfähiges BDE-System an, scheitern jedoch an der schnellen & reibungslosen Implementierung. Bis zum “Go-live” können dann nicht selten viele Monate vergehen, bis das System im Produktivbetrieb fehlerfrei läuft. Das frisst oft erhebliche Ressourcen und vor allem Geld.

4. Flexibilität

Ein gutes BDE-System muss eine Vielzahl an Daten erfassen können. Ihr Hauptaugenmerk sollte also auf der Datenerfassung liegen. Denn nur wenn alle gewünschten Daten fehlerfrei zur Verfügung stehen, kann ein BDE-System zum gewünschten Erfolg beitragen. Achten Sie darauf, welche Informationen überhaupt verarbeitet werden können. In Zukunft möchten Sie vielleicht, dass das System Daten über den Materialeinsatz, Qualitätskontrollprozesse, Kundenreklamationen, Maschineneinschränkungen und so weiter sammelt. Sie sollten sicherstellen, dass Ihre Investition in ein BDE-System erfolgt, das sowohl Ihre zukünftigen als auch Ihre aktuellen Bedürfnisse unterstützt.

5. Interoperabilität

Die Art und Weise, wie Sie Fertigungsdaten erfassen, muss mit Ihren bestehenden Geschäftssystemen – typischerweise Ihrem ERP System – kompatibel sein, einschließlich Produktionsplanungs- und Dispositionswerkzeugen. Eine fehlende Interoperabilität zu unterschiedlichen ERP Systemen oder auch anderen IT-Systemen, die auf die erfassten Daten Zugriff haben müssen, stellt ein enormes Risiko in Bezug auf Zukunfts- und Investitionssicherheit dar und führt zu Datensilos.

BDE System: Definition und Ziele

Unter Betriebsdatenerfassung, abgekürzt BDE, versteht man das Erfassen von Daten über Abläufe in einem Unternehmen. Die Daten lassen im wesentlichen in die folgenden Gruppen einteilen:

  • Auftragsdaten
  • Materialdaten
  • Arbeitsplatzdaten
  • Personaldaten
  • Daten über Hilfsmittel
  • Qualitätsdaten

Diese lassen sich entweder über die Steuerung der Maschine erfassen, oder in händischer Form. Der Werker gibt hierfür die Fertigung Status- oder Mengenmeldungen über das Terminal ein.

Grundlegend wird mit dem BDE-System das Ziel verfolgt, automatisiert Produktionsdaten zu erfassen die bei der Abarbeitung von Fertigungsaufträgen und den dazugehörigen Arbeitsgängen anfallen. Diese werden dann an das PPS (Produktionsplanungssystem) oder ERP-System (Enterprise Ressource Planning) übermittelt und bieten so eine größere Transparenz über Mengen, Qualitäten und Zeiten betrieblicher Fertigungsprozesse.

Vorteile eines BDE Systems

  • Transparenz über Mengen, Qualitäten und Zeiten betrieblicher Fertigungsprozesse gewonnen werden.
  • Minimiertes Fehlerrisiko
  • Entlastung des Mitarbeiter
  • Mitarbeiter kann sich auf die Kernaufgaben konzentrieren
  • Erkennen von Optimierungspotenzial
  • Basis für die Berechnungen von Kennzahlen wie beispielsweise der OEE
  • realistischeren Vorgabezeiten, was große positive Effekte im Hinblick auf die Planung von Aufträgen und Ressourcen hat

 

 

 

Über den Autor

Victor Gruber ist studierter Betriebswirt und hat nach seinem dualen Studium bei der FORCAM GmbH bereits mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing und Vertrieb gesammelt.

Sein Interesse gilt insbesondere neuen Technologien und digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen. Digitale Transformation und das IIoT sind sein Steckenpferd.

Victor Gruber

Marketing Manager

victor.gruber@forcam.com