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Digitale Transformation in der Produktion

Published: · Last updated: · 8 min Lesezeit

Mit der Industrie 4.0 hat das digitale Zeitalter auch in der Produktion Einzug gehalten und somit wurde das Thema digitale Transformation für Manager zum Thema. Mithilfe der Informationstechnologie sollen neue Möglichkeiten und Wege auf dem Weg zu Manufacturing 4.0 (M4.0) beschritten werden. In Bezug auf die Produktion war am Anfang die Dampfmaschine. Es folgten Fließband und die ersten Computer. Heutzutage steht die Industrie bzw. Produktion an der Schwelle in ein neues, digitales Zeitalter. Nun bietet sich die Chance für Unternehmen zukunftsweisende Technologien für ihren Vorteil zu nutzen. Diese Optionen müssen gesichtet, analysiert und erfolgreich umgesetzt werden. Damit stellt sich die Frage, wie kann die digitale Transformation gelingen? 

Vier Aspekte der digitalen Transformation der Fertigung

Weitere Strategien, um die Digitalisierung in der Produktion voranzutreiben

Auf dem Weg zur digitalen Transformation:

1. Eine klare Strategie festlegen, um neue Möglichkeiten zu entdecken

Zunächst muss geklärt werden, in welche Richtung der digitale Zug für das Unternehmen zukünftig fahren soll. Dazu müssen die entscheidenden Weichen gestellt werden. Alle an diesem Prozess Beteiligten müssen das gleiche Verständnis über eine digitale Transformation aufweisen und in die gleiche Zielrichtung fahren.

Wenn noch nicht klar ist, welches Produkt auf welche Art zukünftig angeboten werden, es aber dem Verbraucher einen konkreten Nutzen bringen soll, empfiehlt es sich, die Design Thinking Methode anzuwenden.

Die Design Thinking Methode eignet sich ideal bei einer systematischen Herangehensweise an ein komplexes Problem. Bei wissenschaftlichen bzw. technischen Herangehensweisen steht die technische Lösung im Vordergrund. Das Design Thinking stellt jedoch die Fragestellung nach den Nutzerwünschen und -bedürfnissen in den Vordergrund. Beim Design Thinking versetzt man sich in die Rolle des Nutzers bzw. Endanwenders. Durch Feedback vom Anwender kann somit ein breit gefächertes Lösungsspektrum bezüglich der ursprünglichen Problemstellung schnell gefunden werden.

Design Thinking setzt dazu Methoden wie funktionale Prototypen und Kreativitätstechniken ein. Damit hinein fließt unmittelbares Feedback vom Anwender. Die hier gefundenen Lösungswege geben Aufschluss über die Digitalisierungsstrategie.

So kommen bei diesen Lösungsansätzen etwa Möglichkeiten heraus, um die bestehenden Prozesse nach und nach zu digitalisieren. Es kann sogar vorkommen, dass sich ein komplett neues Geschäftsmodell ergibt.

2. Definition of Ready festlegen

Damit Lücken gefunden und geschlossen werden, ist es nötig, eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes zu erstellen. Um eine Definition of Ready auszuarbeiten, müssen die Faktoren Technik, Mensch und Organisation mit berücksichtigt werden. Nur so sieht man, inwiefern das Unternehmen bzw. die Organisation fit für die Digitalisierung ist.

Beim Faktor Mensch gilt es herauszufinden, inwieweit die Mitarbeiter über die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die digitale Transformation mitzugestalten und umzusetzen. Die Aufgaben, die hier anfallen, müssen so verteilt werden, dass sie den Fähigkeiten und Stärken des jeweiligen Mitarbeiters entsprechen.

Die Organisation muss auf ihre agilen Fähigkeiten und die damit einhergehenden Reaktionen auf Veränderungen geprüft werden. Die Basis hierzu ist es zu schauen, wie die technischen Geräte und die Prozesse bereits untereinander vernetzt sind. Es muss geschaut werden, wo die Produktion Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung hat und wie man den Transformationsprozess in dieser Richtung unterstützen kann.

3. Wo geht die Reise hin? Die Roadmap

In den beiden vorigen Schritten wurde ein konkretes Ziel festgelegt. Die Roadmap zeigt nun an, welche Haupt- und Unteraufgaben auf dem Weg zum Ziel zu erledigen sind. Meilensteine werden ebenfalls in der Roadmap festgelegt. Damit hat das Unternehmen einen konkreten, wegweisenden Überblick über die korrekte Ressourcen- sowie Aufgabenverteilung. Wie bei einem Puzzle, das nach und nach zusammengefügt wird, ergibt sich ein immer konkreter werdendes Bild mit den jeweiligen Handlungsfeldern auf dem Weg zur Fertigung 4.0.

4. Geräte und Technik für das Industrie 4.0 Zeitalter

In der ersten Phase wurde mit Design Thinking eine Methode beschrieben, mit deren Hilfe aus Nutzersicht bereits konkrete Hinweise auf die zukünftige Ausrichtung gegeben werden. Damit ist ein großer Teil in Hinblick auf die technologische Ausrichtung hin zur Manufacturing 4.0 bereits festgelegt. Nun gilt es, auf dem Markt die Technologie auszusuchen und einzusetzen, die dem Industrieunternehmen bei der digitalen Transformation behilflich ist. Als Anwendungsbeispiel dient ein Mitarbeiter in der Montage, der beide Hände für seine Arbeit benötigt, um beispielsweise eine Arbeit mit einem herkömmlichen Handscanner zu erledigen. Mithilfe neuer Technologie kann er durch Gesten- Sprach- sowie Blicksteuerung bei seiner Arbeit unterstützt werden und so effizienter arbeiten. Denkbar ist hier ein smarter Handschuh, der einen Scanner enthält und eine smarte Brille, die ihm im Display bestimmte Daten anzeigt.

5. Der erste Prototyp steht

Das neue Produkt für den Markt nimmt immer konkretere Formen an. Mit einem ersten Prototyp des zukünftigen Produkts hat man die Planungsprototypen aus der Design Thinking- sowie Strategiephase hinter sich gelassen. An dieser Stelle mit dem Prototypen ist natürlich noch nicht das Endprodukt erreicht. Feinheiten wie das Aussehen bzw. Design werden später noch vervollständigt. In dieser Phase steht die Funktionalität des Produktes im Vordergrund. Jetzt gilt es, einem bestimmten Personenkreis den Prototypen zum Testen zur Verfügung zu stellen. Dabei ist es noch nicht nötig, dass eine ausgereifte Anwendung für das Backend zur Verfügung steht. Hier reichte eine kleine, übersichtliche Darstellung aus, um zu zeigen, wie das Konzept umgesetzt ist und wohin der Weg mit dem Produkt noch führen wird. In dieser Phase ist es extrem wichtig, so früh wie möglich Feedback von den testenden Personen einzuholen, um diese in das Produkt nach und nach mit einfließen zu lassen. Somit entwickelt sich das Produkt nach und nach zu einem massentauglichen Endprodukt. Ein weiterer Vorteil des Prototyps ist es, potenziellen Investoren damit aufzuzeigen, dass sich ihre Investition gelohnt hat und das Produkt auf dem richtigen Weg ist. Auch in dieser Phase unterstützen modernste Technologien den Fortschritt.

6. Es wird ernst – das fertige Produkt

Jetzt kommt die entscheidende Phase, in der das Produkt auf den Markt gebracht wird. Die Produktion muss entscheiden, welche technischen Systeme miteinander am besten harmonieren und kommunizieren. Für eine bessere, visuelle Übersicht helfen grafische Prozessdiagramme, welche die Fertigung mit der IT unter anderem miteinander verbinden. Sind die benötigten Technologien bestimmt und integriert, müssen die Prozesse mit den entsprechenden Projektplänen und den dazugehörigen Milestones in Einklang gebracht werden. Hierzu empfiehlt es sich, eine agile Methode anzuwenden. So ist sichergestellt, dass rechtzeitig eingeschritten und reagiert werden kann, wenn Änderungen eintreten sollten. Im finalen Schritt wird schließlich mit der neu integrierten Fertigung 4.0 Prozess das neue Produkt lokal oder global an den Start gebracht.

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Olga Schmid

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